Lehmputz und -boden für revendo Basel

Photos: Thomas Dimov

Boden, Wände und Decke der neuen revendo Filiale am Steinenberg in Basel wurden fast komplett mit Lehm gestaltet. Die warmen, natürlichen Farbtöne der Lehmputze und der Sandsteinmauer bilden zusammen mit dem an der Wand im Eingangsbereich und beim Kassenkorpus verwendeten Altholz und dem hellen Holz der übrigen Möbel einen schönen Kontrast zu den Smartphones und Computern. Besonders auffallend ist auch das ungewöhnlich angenehme Raumklima, welches von der Eigenschaft der Lehmputze herrührt, die Raumluftfeuchtigkeit besonders gut regulieren und Gerüche absorbieren zu können.

Bei der Decke galt es als erstes ein passendes Brandschutzkonzept für das Bestandslokal zu entwickeln. Damit die alten Holzbalken an der Decke hervorgeholt werden können, musste dazwischen eine Brandschutzverkleidung aus Gipsfaserplatten angebracht werden. Darauf wurde ein sandfarbiger bzw. hellgrauer Lehmedelputz aufgebracht.

Mit farbigen Lehmputzen wurden auch die Wände im vorderen Ladenteil und ganz hinten gestaltet. Sie erhielten einen ziegelroten bzw. beigen Lehmedelputz. Der ziegelrote Lehmputz sollte gemäss Farbkonzept ursprünglich sogar im ganzen hinteren Ladenteil verwendet werden, worauf aber vorerst verzichtet wurde. Die Farben der Lehmputze harmonieren besonders gut mit der für Basel typischen Brandmauer aus rotem Sandstein welche in aufwändiger Handarbeit freigelegt und mit traditionellem Sumpfkalkmörtel restauriert wurde.

Ungewöhnlich und geradezu spektakulär ist die Verwendung von Lehm als Bodenbelag (für ein Ladenlokal). Hier wurde auf einem bestehenden Zement-Unterlagsboden ein sogenannter Lehmspachtelboden aufgebracht. Die dünne Schicht aus farbigem Lehm wurde anschliessend mit einem mineralischen Öl aus natürlichen Rohstoffen versiegelt. Der neue Boden ist praktisch ebenso robust und pflegeleicht wie ein konventioneller mineralischer oder synthetischer Bodenbelag.

Für den rund 150 m2grossen Laden wurden insgesamt etwa 2 Tonnen Lehm verbaut. Die Arbeiten inklusive der Trockenzeiten dauerten gut zwei Monate und wurden von Thomas, Natalie und Iva ausgeführt.